Pfarrbrief: Kontakte II/2018

Geleitwort: Gott segne dich!

Als es mich vor vielen Jahren aus Norddeutschland nach Franken verschlug, fand ich die hier übliche Grußformel „Grüß Gott“ eher befremdlich, und ich brauchte eine Weile, um mich daran zu gewöhnen. Dabei versteckt sich hinter diesen Worten ein freundlicher Segenswunsch: „Es grüße dich Gott“ – was so viel bedeutet wie: „Gott segne dich!“ An sich ein schöner Gedanke: Wenn ich jemandem begegne, dann wünsche ich ihm Gottes Segen …

Segnen – das ist in unserer säkularen Welt so ziemlich außer Mode gekommen. Gleichzeitig ist die Sehnsucht der Menschen ungebrochen, einander in guten Gedanken zugetan zu sein und sich gemeinsam von einer größeren Macht getragen zu wissen. Das zeigt nicht zuletzt die Verbreitung irischer Segenswünsche auf Postkarten und Kalendern. Sie sind so ansprechend, weil sie den geistlichen Gedanken mit alltäglichen Erfahrungen verbinden und dabei eine etwas veraltete und für uns poetisch klingende Ausdrucksweise verwenden.

Segnen – das heißt, jemanden Gottes liebender Fürsorge anvertrauen, ihm Glück und Gedeihen wünschen sowie Schutz und Bewahrung in allen Schwierigkeiten. Damit spricht der Segnende dem anderen zugleich sein tiefes Wohlwollen aus. Gesegnet zu werden tut daher gut – egal ob jemand gläubig ist oder nicht.
Segnen – das geht bei jeder Gelegenheit. Doch es gibt Momente, die dafür besonders geeignet sind: Die Begrüßung und der Neubeginn etwa, genauso wie der Abschied. So hat sich nicht nur in der Grußformel „Grüß Gott“ der Segen erhalten, sondern auch in den Abschiedsworten „Adios“ (span.) und „Adieu“ (frz.), was „zu Gott“ heißt und den Wunsch beinhaltet: „Gott sei mit dir!“

Genau das möchte ich auch Ihnen an dieser Stelle zusagen. Denn nach zwei Jahren hier in Oberasbach muss ich mich von Ihnen verabschieden, da ich ab September in Fürth (SB Mitte/Nord) eingesetzt werde. Ich war sehr gerne und mit viel Freude in St. Johannes tätig – im Predigt- und Beerdigungsdienst, im Rahmen der Alltagsexerzitien, der FrauenZeit, des AK Nachhaltigkeit und des AK Impuls. Da gab es viele auch für mich bereichernde Erfahrungen und Begegnungen, und es sind Kontakte gewachsen, die zurückzulassen mir schwer fällt. Doch ich hoffe, dass es im Blick auf das Zusammenwachsen des Dekanates auch in Zukunft das eine oder andere Wiedersehen geben wird. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mit den Worten eines alten irischen Reisesegens:

Der Herr sei vor dir,
um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir,
um dich in die Arme zu schließen
und dich vor Gefahren zu schützen.
Der Herr sei hinter dir,
um dich vor der Heimtücke des Bösen zu bewahren.
Der Herr sei in dir,
um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei unter dir,
um dich aufzufangen, wenn du fällst.
Der Herr sei über dir,
um dich zu segnen.
So segne dich der gütige Gott.

Pastoralreferentin Dr. Helga Melzer-Keller

Arbeitskreis Nachhaltigkeit: Plastik wird zum Problem

Plastik – ein unterschätztes Problem

Das Thema, das wir uns vom AK Nachhaltigkeit im November 2017 erstmals auf die Tagesordnung gesetzt hatten, war Plastik. Wir ahnten, dass es sich hier um ein großes Gebiet handeln würde, dennoch wurden wir von seiner Tragweite überrascht.

Plastik ist mittlerweile überall! Ist das ein Problem? Es wird doch Vieles recycelt, Plastik ist hygienisch, robust und lange haltbar. Es ist ein vielschichtiges Problem, wir mussten unter anderem lernen:

  • Plastik wird selbst im gut organisierten Deutschland nur zu knapp 50% tatsächlich stofflich wiederverwendet, was natürlich nur für das sachgerecht entsorgte Plastik gilt, nicht für die unzähligen Kaffeebecher, Trinkhalme und Einwegverpackungen, die unsortiert im Müll landen.
  • Es ist seit Januar 2018 unklar, ob diese Recyclingquote aufrechterhalten werden kann, da China einen Einfuhrstopp für Plastikmüll verhängt hat. China war unser Hauptabnehmer!
  • Allein über die Donau landen täglich 4,2 t Plastikmüll im Meer. Dort findet man mittlerweile riesige Kunststoffteppiche. Zahllose Tiere verhungern mit vollen Bäuchen, weil sie den Müll für Futter halten oder verheddern sich in Seilen, Tüten etc. und verenden qualvoll.
  • Plastik, das in die Umwelt gerät gibt im Verwitterungsprozess beständig Chemikalien und kleinste Plastikteilchen frei. Dieses sogenannte sekundäre Mikroplastik (kleiner als 5mm) stellt ein weiteres echtes Problem dar. Es erscheint mittlerweile in sehr vielen Lebensmitteln, längst nicht nur im Fisch. Sogar im menschlichen Blut und in der Muttermilch wurde es gefunden.
  • Mikroplastik ist auch ganz legal vielen Kosmetikprodukten zugesetzt. Es landet so im Abwasser und den lokalen Kläranlagen. Diese können es meist nicht ausreichend herausfiltern. So gelangt Mikroplastik aus den Abwässern in die Umwelt und unsere Gewässer.
  • Hersteller von Kunststoffverpackungen müssen nicht angeben, welche Chemikalien den Materialien produktionsbedingt beigemischt werden. Klar ist aber, dass Kunststoff während des Gebrauchs z.B. Weichmacher und andere Stoffe an verpackte Lebensmittel abgibt. Sicher erinnern Sie sich an die Diskussion um die hormonähnlich wirkenden Phthalate und das Bisphenol in Babyfläschchen. Macht man sich das bewusst, mag man die so beliebte Tupperware und ähnliche Produkte nicht mehr gerne verwenden. Vor allem bei der Abfüllung von Heißem, Fettem und Saurem lösen sich die meisten Chemikalien aus dem Material heraus und damit in die Lebensmittel hinein.

Aktion des AK Nachhaltigkeit zum Thema „Plastik“ am 5./6. Mai 2018

So machten wir vom AK Nachhaltigkeit, dessen Ziel es ja ist, nachhaltiges Handeln in unserer Gemeinde zu fördern, an einem Aktionstag am 5./6. Mai die Problematik unseres Plastikkonsums in der Gemeinde zum Thema.

In den Gottesdiensten wurde auf der Grundlage der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus unsere christliche Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung bedacht. Im Anschluss daran standen Mitglieder des Arbeitskreises an drei Themen-Tischen zum Gespräch bereit:

  • Vergleich Einweg- und Mehrwegpfand
    • Einer 0,7l Mehrwegglasflasche – sie kann bis zu 50mal verwendet werden – standen 23 1.5l Einweg-Plastikflaschen gegenüber. So wurde anschaulich sichtbar, welche Menge an Plastik durch den Kauf von Mehrwegglasflaschen gespart werden kann.
  • Mikroplastik und sonstiges verstecktes Plastik
    • Anhand vieler Beispiele wurde sichtbar, wie sehr wir im Alltag von Plastik umgeben sind. Bei Kosmetikprodukten, die Mikroplastik enthalten, war die Überraschung groß, dass es sich dabei durchaus auch um bewährte, anerkannte Marken handelte. Im „BUND Einkaufsratgeber Mikroplastik“ konnte man nachschlagen, wie es um das eigene Lieblingsprodukt bestellt ist.
  • Plastik in unserer Gartenerde
    • Laut bayerischer Bioabfallverordnung dürfen in Komposterde 0,5% Fremdstoffe wie z.B. Plastik mit einer Größe von über 2 mm enthalten sein. Um diese Zahlen lebendig werden zu lassen, waren ein großer Topf Erde und die erlaubte – erschreckend große – Menge Kunststoff nebeneinander aufgebaut.

Wer nicht so viel Zeit mitgebracht hatte, konnte in Form eines Flyers einige Informationen und Anregungen zur Plastikvermeidung mit nach Hause nehmen.

Am Sonntagnachmittag wurde in Zusammenarbeit mit dem Kinofestival Oberasbach die Dokumentation „Plastic Planet“ gezeigt. Im Anschluss daran gab es noch eine anregende Diskussion mit einem Fachmann aus der Gemeinde.

Die Mühe des Arbeitskreises hat sich auf jeden Fall gelohnt: Es ergaben sich viele gute Gespräche, und am Ende blieb der Eindruck, bei zahlreichen Gemeindemitgliedern Interesse geweckt und ein Umdenken angeregt zu haben.

Vielen Dank allen Interessenten, wir bleiben am Ball, das nächste Thema wartet schon!

Christa Ammon, Dr. Helga Melzer-Keller

Ökumenische Rom-Reise 2018

Am frühen Dienstagmorgen ging es los. Die meisten machten sich mit noch ein wenig verschlafenen Augen mit dem ersten Bus der Linie 71 auf den Weg zum Flughafen. Um kurz nach acht ging der Flug über Frankfurt nach Rom. Gleich nach der Ankunft dort ging schon die erste Reisende in der Gepäckhalle verloren. Nach hektischem Suchen war die Gruppe wieder vollständig. Es sollte das einzige Mal sein, dass jemand vermisst wurde. Das hatten wir also schon gleich bei der Ankunft abgehakt!

Noch am Flughafen wurden wir von unserem Reiseleiter empfangen. Dottore Ugo Marterelli studierte und promovierte in Erlangen. Er war uns in all den Tagen ein hervorragender Reiseführer mit umfassenden Wissen, Gespür für die Reisegruppe und einer guten Portion römischer Gelassenheit.

Staunen ist in Rom normal

Rom kann man natürlich nicht in fünf Tagen ganz erleben. Doch wir haben es versucht. So waren die Tage gefüllt mit vielen Eindrücken und Highlights, die unsere ökumenische Reisegruppe immer wieder in Staunen versetzte. Die mystische Stimmung auf dem cimitero acattolico bei der Pyramide war so ein Moment. Natürlich war die Papstaudienz am Mittwochvormittag mit dem Aufrufen unserer Pilgergruppe ein unvergessliches Erlebnis.

Die Stadtführung im centro storico führte uns insbesondere in Kirchen, in denen der für damalige Zeit revolutionäre Maler Caravaggio Altarbilder gemalt hat. Seine Art Erzählungen in Szene zu setzen, ist einfach phantastisch. So konnten wir einen besonderen Einblick in die Kunst- und Frömmigkeitsgeschichte des Christentums gewinnen, wie er so nur in Rom möglich ist.

Neben den morgendlichen Impulsen in unserer Unterkunft gleich an den Mauern des Vatikans feierten wir natürlich auch Gottesdienst zusammen. In der deutschsprachigen katholischen Gemeinde Santa Maria dell´anima feierten wir zusammen mit deutschen Theologiestudenten. In der deutschsprachigen lutherischen Kirche konnten wir der Gemeinde und dem Pfarrer nach dem Gottesdienst bei einem kleinen Empfang im Kirchgarten begegnen.

Päpstliche Sommerresidenz Castelgandolfo

Der Ausflug nach Castelgandolfo war eine willkommene Abwechslung zum hektischen und am Ende der Woche auch recht warmen Rom. Den päpstlichen Palast kann man erst seit wenigen Monaten besuchen. Der Rundgang führte uns hinein in die Gemächer, in denen Papst Benedikt nach seinem Rücktritt länger wohnte.
Vieles gäbe es noch zu berichten. Doch wie mir auch dieser Besuch in Rom wieder gezeigt hat: man kann eh nicht alles schaffen. Also muss man aufhören, bevor es zu viel wird.

Matthias Stepper

Heimat auf Zeit: Vor 30 Jahren startete der Begegnungsabend

Mitarbeiter der Asylgruppe Zirndorf

„Wer macht mit bei einer Gruppe für Flüchtlinge und Ausländer?“

So wurde im Gemeindebrief im Frühjahr 1988 zu einem Vorbereitungstreffen ins evang. Gemeindehaus eingeladen. Die ehrenamtliche Asylgruppe St. Rochus wurde im April 1988 daraus gegründet. Und am Donnerstag, den 9. Juni 1988, startete der wöchentliche Treffpunkt von Flüchtlingen und Einheimischen – der Begegnungsabend. Zu Beginn noch im Kantorat. Zeitgleich öffnete sich in der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes in Oberasbach die Tür für die Teestube zur Begegnung am Dienstagabend.

Anfangs der neunziger Jahre schlossen sich die beiden Ehrenamtsgruppen zusammen. Die Begegnungsorte veränderten sich im Laufe der 30 Jahre: Vom Kantorat über das Gemeindehaus jetzt aktuell die Cafeteria in der Erstaufnahmeeinrichtung. Aber der Donnerstagabend ist immer noch ab 18.00 Uhr für die Begegnung mit den Flüchtlingen reserviert. Und aus den Begegnungsabenden heraus sind viele neue Aufgabengebiete für die Ehrenamtlichen erwachsen: Schule für Flüchtlingskinder, E-Learning oder die monatlichen Frauenkaffee-Treffen.

30 Jahre spannende und beglückende, manchmal auch etwas belastende und schwierige Begegnungen, bedeuten auch 30 Jahre immer wieder Abschied nehmen: Zirndorf ist für die neuankommenden Flüchtlinge nur eine kurze „Heimat auf Zeit“. Die Asylgruppe St. Rochus bedankt sich ganz herzlich für die umfassende und begleitende Unterstützung zahlreicher Menschen, Gruppen und Einrichtungen. Und sie braucht diese Unterstützung auch weiterhin: durch ehrenamtliche Mitarbeit, durch Spendenmittel und andere Formen der Unterstützung.

So können Sie mit uns Kontakt aufnehmen:

Asylgruppe Zirndorf
Pfarrhof 1
90513 Zirndorf
Tel.: 0911-609336 oder 0163-6093360
Fax.: 032126093360
eMail: asylgruppe-zdf [at] web.de
webSite: asylgruppe-zirndorf.de

Erwin Bartsch – 30 Jahre Asylgruppe Zirndorf

Kinofestival: Etwas Schönes für alle

Vor dem Pfarrzentrum sitzen die Kinobesucher auf Bierbänken und lassen sich noch einen kleinen Imbiss munden. Links geht es hinunter zur Barlounge: liebevoll dekorierte Stehtische, dezente farbige Beleuchtung und Hintergrundmusik, die, mit Sorgfalt ausgewählt, auf den Film einstimmt. Das freundliche Küchenteam versorgt die Besucher mit frisch zubereiteten Snacks und Getränken. Bei kühleren Temperaturen hält man sich gerne in der Lounge auf, die sommerliche Luft zieht uns wieder zu den Bierbänken.

Heute haben wir nicht vorreserviert, aber im Kartenkontingent werden immer fünf Karten zurück behalten, die ab 19:15 (keine Sekunde früher!) an der Kasse zu haben sind. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Einlass! Die Jungs vom Kino-Team haben die Vorreservierung geprüft und den Besuchern die Karten ausgehändigt. Im Gang hängen Plakate mit Schwarzweiß-Aufnahmen bekannter Filmschauspieler, die die großen Film-Klassiker ins Gedächtnis rufen. Beim Betreten des kleinen Kinosaals werden wir vom Organisator des Film-Festivals, Ferdinand Lenk, empfangen, der uns hinter einem Tisch mit kleinen Kino-Snacks und Getränken freundlich begrüßt. Wir suchen uns gleich einen guten Platz, denn maximal 30 Besucher können das Kino-Erlebnis genießen. Im Jugendraum wurden eigens für das Kino-Wochenende abgestufte Ebenen aufgestellt, auf denen gemütliche Sofas und Sessel mit farbenfrohen Kissen eine besondere Wohlfühl-Kino-Atmosphäre schaffen.

Nur echt mit Kino-Eis!

Bevor es richtig losgeht, laufen schöne Tier- und Landschaftsaufnahmen bei stimmungsvoller Musik über die Leinwand. Und dann kommt … die Eispause! Korbtabletts mit Eis werden durchgereicht, aus denen jeder Genussfreudige sich etwas nehmen darf, das Papier wird wieder eingesammelt. Das Kinofestival-Programm der vier Tage läuft kurz über die Leinwand: die fränkische Komödie, der Horror-Film (nichts für zarte Gemüter), der Kinder-Film, der Musik-Film, die französische Komödie, die Themen-Dokumentation, der einmalige Film und der hochkarätige Film in Originalsprache mit Untertiteln. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Jeder Film, den ich bisher beim Kinofestival gesehen habe, hat mich berührt und Spuren hinterlassen. Und dieses Mal wird sogar noch ein Kurzfilm vor dem eigentlichen Film gezeigt, der zum Nachdenken anregte. Es ist wieder einmal ein einmaliges Kino-Erlebnis.

Dieses Genuss-Erlebnis für mich und andere Besucher hat das Kino-Team (junge Erwachsene und Jugendliche bestreiten das Gros, Generation 30+open end übernimmt Küchendienste) mehrere Arbeitstage, wenn nicht sogar eine Arbeitswoche gekostet, die mit Organisieren, Vorbereiten, Aufbauen, Plakatieren zugebracht wurde. Gleiches kommt noch einmal für den Abbau dazu. Da könnte man sich fragen: So viel Arbeit, damit 30 Personen in den Genuss des jeweiligen Filmes kommen, wozu?

Die einzig mögliche Antwort darauf lautet: Jemand, der etwas Schönes besitzt, möchte das mit Anderen teilen. Fällt Ihnen etwa eine andere Erklärung ein?

Danke Ferdinand und Team! Nächstes Mal möchte ich auch einen kleinen Dienst übernehmen. Und vielleicht hat ja noch einer unter Ihnen etwas Schönes, das er Anderen zur Verfügung stellen möchte? Die Welt ist ja reich an Schönem. Herzlich willkommen!

Isabella Springholz

Kirchenmusik: Zwischen Dreifaltigkeit und Christkönig

Mit Fronleichnam hat sich der Reigen der großen Feste im Kirchenjahr geschlossen. Der Kirchenmusiker kann jetzt etwas aufatmen: ab nun werden die Sonntage bis Christkönig einfach nur noch durchgezählt (im Moment sind wir in der 10. Woche, wir werden es dieses Jahr bis zur 33. Woche schaffen, weil Ostern sehr früh lag). Also fast ein halbes Jahr, in dem der Organist die Lieder etwas freier aussuchen kann.

Besonders froh bin ich, dass „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius seinen Platz im Gotteslob unter der Nr. 93 gefunden hat. Claudius hat es 1779 gedichtet und unter dem Titel „Abendlied“ veröffentlicht, die wunderbar feinsinnige Melodie stammt von Johann Abraham Peter Schulz und datiert von 1790. In Lied und Melodie erkennt man unschwer einen Sinneswandel der Aufklärung: das als bedrohlich empfundene Hereinbrechen der abendlichen Finsternis verliert ihre Schrecken, weil der aufgehende Mond mit seinem sanften Licht die stille Kammer bewacht. 50 Jahre später fasste Caspar David Friedrich diese Stimmung in seinen Bildern.

Das Lied ist das, um was es in der 5. Strophe bittet: einfältig. Aber nicht im Sinne von dumm, blöd, lebensuntüchtig. Die hier zitierte Einfältigkeit ist eine bewußte Abkehr vom immer-alles-verstehen-müssen. Es möchte sich in die Hand Gottes geben, der für seine Kinder sorgt. Es verachtet nicht Technik und Wissenschaft, aber es ahnt doch, dass damit nicht die wirklichen Bedürfnisse des Menschen befriedigt werden können. „Wolle nur einerlei, und das wolle von Herzen“ schreibt Matthias Claudius an seinen Sohn Johannes. Alles andere führt für ihn zur Orientierungslosigkeit.

Kalt ist der Abendhauch

Eine gern übersehene Textauffälligkeit findet sich zu Beginn dieser 5. Strophe. Im evangelischen Gesangbuch (EG 482) heißt es: „Gott, lass dein Heil uns schauen“. So glatt gebügelt kennen und singen wir es meistens. Aber der Dichter schreibt es anders – und unser Gotteslob hat es auch wieder so übernommen: „Gott, lass uns dein Heil schauen“. Damit wird das einlullende Versmaß xX xX xX- x verlassen, es wird genau an dieser Stelle zu xX xX XX- x, das starke, eingeschobene Heil Gottes greift in das Gleichmaß menschlicher Verse massiv ein. Diesen Kniff wendet Claudius in Strophe 7 nochmal an: bei „kalt ist der Abendhauch“ (Str. 7) stört die Herzenskälte ebenfalls das Versmaß und ändert es zu Xx xX xX-.

Die 6. Strophe wird in vielen Liederbüchern gerne weggelassen: „Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod“. In Gotteslob und evangelischem Gesangbuch ist sie jedoch abgedruckt – zu Recht, wie ich finde. Bemerkenswert oft nehme ich Widerspruch wahr, wenn ich diese Strophe vorschlage. Wieso eigentlich? Mir erscheint das eine ganz zentrale Bitte zu sein, eine christliche Bitte um Gottes Beistand in einer Situation, der ich vollkommen wehrlos ausgeliefert bin. Auch Privatpatienten und Milliardäre sind nicht davor gefeit, einen langen, qual- und schmerzvollen Leidensweg gehen zu müssen, bis der Tod sie erlöst. Randerscheinungen davon bekomme ich in den vielen Altenheimgottesdiensten mit, die ich in Oberasbach und Fürth begleite. Wenn wir Gott nicht in dieser Ur-Angst vor einem peinigenden Lebensende um Hilfe, Beistand und Gnade bitten sollten – wann denn dann? Mehr Gummibärchen? Kann man sich kaufen …

Thomas Reuter

25 Jahre Begegnungscafé

Seit 20 Jahren betreut das Team Gäste aus Oberasbach dienstags ab 14:00 Uhr in der Diakoniestation. Bei Kaffee und stets selbst gebackenem Kuchen wird sich miteinander unterhalten, gesungen, gespielt und gelacht.

Das Bild zeigt das Team des Begegnungscafe‘s, das Kuchen backt, den Service im Café übernimmt und mit einem Fahrdienst Gäste abholt bzw. wieder nach Hause bringt, die nicht mehr so mobil sind.

Unterstützung gesucht

Der Fahrdienst und der Cafédienst brauchen dringend tatkräftige Unterstützung. Das Team wechselt sich ab, jeder hilft ca. einmal im Monat. Wenn Sie mithelfen wollen, erhalten Sie nähere Informationen von Frau Doris Hümbs, Telefon 0911/696880.

Das Diakonie-Begegnungscafé freut sich sehr über neue Kräfte, die das bewährte Team verstärken.

4. Ökumenischer Filmabend

Filmsommerabend am 13.07 um 20.00 Uhr im Kirchenkeller St. Johannes

Zusammen mit Filmenthusiasten der katholischen Nachbargemeinde gestalten wir heuer den 4. ökumenischen Filmsommerabend; diesmal mit einer starbesetzten sommerlichen geht’s noch Geschichte aus dem gutbürgerlichen München. Wie immer schräg und liebevoll zugleich.

So richtig viel Spannung hält das Leben für Angelika Hartmann (Senta Berger) ja nicht mehr bereit, keiner in der Familie braucht sie mehr: Ihr Mann Richard (Heiner Lauterbach) hat vor lauter Alterssorgen keinen Blick mehr für sie, Sohn Philipp (Florian David Fitz) ist mit Karriere, Scheidung und dem vorlauten Enkel Basti (Marinus Hohmann) beschäftigt, Tochter Sofie (Palina Rojinski) weiß mit Anfang dreißig immer noch nicht, was sie vom Leben will. Da kommt der engagierten alten Dame eine Idee: Warum sich nicht für die armen Flüchtlinge einsetzen, welche es zuletzt zuhauf gibt? Gesagt getan, kurze Zeit später zieht der aus Afrika stammende Diallo (Eric Kabongo) bei ihnen ein. Und das Chaos gleich mit…

Eine Komödie zur Flüchtlingskrise – geht das? Der Regisseur beschreibt sein Werk so: Die Lage ist verwirrend und komplex. Mein Film ist natürlich kein „Refugees welcome“-Märchen und auch keine zynische Anti-„Wir schaffen das“-Komödie – auch wenn sich manche Menschen vielleicht nach dieser Art Schwarz-Weiß-Malerei sehnen.
Das Land ist in diskursiver Bewegung, wie ich es seit meiner Geburt noch nicht erlebt habe. Die Menschen streiten, suchen, adjustieren ihre Haltungen.

Diese Verwirrung, diese Unsicherheit, diese Volatilität bedeuten aber auch eine recht fruchtbare Ausgangslage für eine Komödie. Und der Film ist in erster Linie nun mal einfach eine Komödie. Sie kann und will nicht im Geringsten irgendwelche ernst zu nehmenden politischen Lösungen anbieten. Ich persönlich hoffe allerdings, dass mein Film zumindest ein wenig zur allgemeinen Entkrampfung beitragen kann, dass er vielleicht dabei sogar den einen oder anderen Impuls zum Nachdenken geben kann, auf menschliche Art.

Freuen sie sich auf einen wunderbaren Filmsommerabend im kühlen Kirchenkeller von St. Johannes!

Roland Geßl

Pinwand

Treffen für Alleinstehende

Möchten Sie manchmal etwas in Gesellschaft Gleichgesinnter unternehmen, z.B. Spazieren gehen, Ausflug, Theaterbesuch, Frühstücken ….?

Sie wissen nicht, Wen oder Wie Sie jemanden erreichen?

Deshalb laden wir Sie zu einem ersten Treffen für Alleinstehende ein, um zu sehen ob es in unserer Pfarrei dafür Bedarf gibt. Es soll keine neue Gruppe gegründet werden, sondern nur die Möglichkeit für gleiche Interessen Kontakte zu suchen oder zu finden. Wie und in welcher Form dies geschehen soll, ist noch völlig offen.

Am Mittwoch, 25.07.2018 um 16.00 Uhr in den Treffpunkträumen St. Johannes haben Sie dafür die Möglichkeit zu einer ersten Kontaktaufnahme.

Wir freuen uns auf ihr Kommen und ihre Anregungen für dieses neue Angebot!

Edith Garreis


Einladung zur Haus – bzw. Krankenkommunion

Sie sind krank und können für eine gewisse Zeit nicht zur Messe kommen? Oder Sie können aufgrund verschiedener Einschränkungen dauerhaft nicht mehr am Gemeindegottesdienst teilnehmen?

Dann brauchen Sie nicht auf die Begegnung mit dem Herrn im 
Sakrament der Kommunion zu verzichten. Einmal im Monat, meist am letzten Dienstag eines Monats, bringen der Pfarrer oder eine Seelsorgerin der Pfarrei die heilige Kommunion zu kranken und alten Menschen. Das ist keine komplizierte Sache.

Bitte rufen Sie zum Austausch der nötiger Informationen im Pfarrbüro (Tel. 69 25 69) an. Dann vereinbaren wir mit Ihnen einen ersten Hausbesuch.


Kirchenbus

Unser Kirchenbus ist auch für Sie im Einsatz: er fährt Sie gerne zu den Gottesdiensten.

Am Sonntag holen die Busfahrer gerne Gläubige, die keine Fahrgelegenheit haben, zur Messe ab und bringen sie nach dem Gottesdienst auch wieder zurück.
Wenn Sie gerne mitfahren möchten, wenden Sie sich doch an das Pfarrbüro (Tel. 69 25 69), dann kann eine Haltestelle in Ihrer Nähe gesucht werden.


Kirchenverwaltungswahl 2018

Am 17. und 18. November werden in ganz Bayern die Kirchenverwaltungen neu gewählt.

Dieses Gremium beschäftigt sich mit der stiftungrechtlichen und finanziellen Seite der Pfarreien. Sie erstellt, bzw. prüft den Haushalt, bewilligt notwendige Gelder für die Seelsorge, betreut Bau- und andere Projekte und achtet auf den sorgsamen Umgang mit den Vermögenswerten der Pfarreien.

Können Sie sich vorstellen für die nächsten 5 Jahre dem Gremium anzugehören? Dann wenden Sie sich bitte an Pfarrer Matthias Stepper.

 

Pfarrbrief: Kontakte II/2018