Whats App in Goa?

P. Manuel Gomes aus Goa/Indien beendet diese Woche seinen 4-wöchigen „Urlaub“ in St. Johannes. Zum Abschied schreibt er uns:

O Gott, wie groß bist Du!

O Gott, wie groß bist du, heißt es in der Englischen Nationalhymne.

Viele von Ihnen stellen mir Fragen zu meiner Tätigkeit in Goa. Ich habe zwei Aufgaben: Ich unterrichte im Priesterseminar und arbeite als Pfarrer. Ich bin seit fünf Jahren Pfarrer meiner ersten Pfarrei in Goa. Meine Pfarrei hat etwa 1.200 Gemeindemitglieder. Als Seelsorger halte ich jeden Tag die Frühmesse um 7 Uhr. Wir haben auch oft Andachten mit Anbetung des Heiligen Sakramentes. Ich ermutige die Leute, täglich den Rosenkranz zu Hause zu beten.

Jeden Mittwoch zwischen 18 und 20 Uhr halte ich eine Bibelschule. Mehr als 100 Personen sind dabei. Außerdem haben wir die Pfarrei in sechs Gebiete aufgeteilt. Wir halten in jedem dieser Gebiete monatliche Treffen ab. Dort sprechen wir über Gottes Wort und unser Leben. Wir sprechen über das, was wir im Licht des Evangeliums für die Pfarrei, für die ärmsten und für Andere tun sollten. Während der Messe spricht nur der Priester in der Predigt, aber hier in den kleinen christlichen Gemeinden gibt es angeregte Diskussionen. Ich muss Gott wirklich danken, weil die kleinen Teilgemeinden so lebendig sind und die ganze Pfarrei pulsiert.

Ich bin schon achtundzwanzig Mal in Europa und vierundzwanzig Mal in Oberasbach gewesen. Durch die pastorale Situation in Deutschland habe ich meinen pastoralen Ansatz in Goa geändert.

Am Wichtigsten: die Kinder

In Deutschland kommen sehr wenige Kinder und Jugendliche in die Kirche. Daher habe ich die Glaubensbildung zu meiner Priorität gemacht. So haben wir eine Katechismus-Sonntagsschule. Etwa 15 Katecheten unterrichten circa 150 Kinder. Die Glaubens-Schule beginnt kurz nach der Sonntagsmesse. Diese findet bei uns um halb acht Uhr morgens statt. Die Glaubens-Schule dauert etwa eine Stunde.

Dann habe ich etwa 50 Ministranten, Jungen und Mädchen. Jeden Sonntag übernehmen sechzehn Minis den Altardienst. An Wochentagen sind immer vier Minis in der 7-Uhr-Messe, bevor sie in die Schule gehen. Jeden Sonntag gibt es ein Treffen für sie. Dort lernen sie Verschiedenes über die Liturgie und den Altardienst. Unsere Minis tragen jetzt die früheren Kutten der Oberasbacher Minis. Danke schön dafür.

Wir haben eine Jugend-Gruppe. Es sind etwa fünfundzwanzig junge Männer und Frauen. Ein Bruder aus dem Priesterseminar leitet die Treffen. Es geht um den Glauben und andere wichtige Themen für die Jugend. Ich bin hauptsächlich Seelsorger.

Aufbauarbeit

Aber ich habe auch den Bau unseres Pfarrzentrums beaufsichtigt. Das Pfarrhaus wurde von meinem Vorgänger begonnen. Das Pfarrbüro, die Gästezimmer und die Küche waren fertig. Ich habe noch ein Zimmer für den Pfarrer und ein Arbeitszimmer anbauen lassen. Herr Pfarrer Stepper und Frau Schnepf haben das fertige Pfarrhaus gesehen. Einer von ihnen hat das Gästezimmer bekommen, in dem ich zuvor gewohnt hatte. Ich bin in das Pfarrer-Zimmer eingezogen, als sie nach Borim kamen.

Danach war das Pfarrzentrum dran. Es war beim Besuch von Pfr. Stepper fast fertig. Es wurde am 27. April 2017 eingeweiht. Dort gibt es sehr viele Veranstaltungen der Pfarrei. Wir vermieten das Zentrum auch an Externe. Auf diese Weise haben wir ein Einkommen für die Pfarrei.

Die dritte Baustelle war der Kreuzweg. Wir haben einen großen Hof. In einem Teil dieses Hofes befindet sich der Kreuzweg. Die Leute können hierher kommen und beten, wann sie Zeit haben. Sie verbinden ihren Schmerz mit dem Leiden Christi und haben so an seiner Auferstehung Anteil.

Die letzte Baustelle war die Kirchenerweiterung. Damit war 2001 begonnen worden, aber es war noch nicht fertig. Der Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung haben beschlossen, den Kirchenbau abzuschließen. Die fertige Kirche wurde am 8. Juli 2018 von unserem Erzbischof gesegnet und eingeweiht.

Gott hilft immer

Bei all diesen großen Bauprojekten habe ich Gottes helfende Hand gespürt. Wir hatten nicht genügend Geld, haben aber dem Herrn vertraut – und das Geld kam immer wieder. Ganz besonders herzlich möchte ich Ihnen danken, meine geliebten Pfarreimitglieder von Oberasbach, mit denen ich meinen Sommerurlaub der vergangenen 24 Jahre verbracht habe. Sie waren mit Ihren Spenden immer sehr großzügig.

Mit Ihrer Hilfe konnte ich im Priesterseminar von Saligas, wo ich früher war, viel tun und jetzt in der Pfarrei in Borim.

Möge der gute Gott Sie alle hundertfach für Ihre Großzügigkeit segnen. Ich habe meine Whats App-Nummer in der Kirche auf dem Gabentisch und in der Sakristei hinterlassen. Falls Sie es wünschen, kann ich Ihnen Bilder von Kirche, Kreuzweg, Pfarrzentrum und Pfarrhaus schicken.

Herzliche Grüße!

Ihr
P. Manuel Gomes

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