Segnungsgottesdienst zum Valentinstag in Fürth

Rote Herzballons und bewegende Gedanken für Liebende

Liebende Menschen jeden Alters, Verliebte, Verheiratete und Verwitwete, gleichgeschlechtliche Paare und auch Einzelpersonen – sie alle füllten am Vorabend des Valentinstages die Fürther Pfarrkirche Unsere Liebe Frau bis auf den letzten Platz. Im Altarraum stimmten schwarze und rote Stoffbahnen mit Marmorplatten, Steinen und Stacheldraht auf der einen sowie bunten Federn und roten Herzballons auf der anderen Seite auf das Thema ein: Marmorschwer und federleicht.

Die katholische Cityseelsorge hatte mit Dekan André Hermany, Pastoralreferentin Dr. Helga Melzer-Keller und Pfarrer Wolfgang Eßel bereits zum dritten Mal zu einer solchen Segnungsfeier eingeladen. Stimmungsvoll und mitreißend wurde der Gottesdienst musikalisch gestaltet von Wolfgang Först (Keyboard) mit seiner Familie (Schlagzeug, Bass).

Dass Belastendes ebenso wie die Leichtigkeit zur Liebe gehört, wissen wohl alle, die lieben. Manchmal wird es Liebenden auch in der Kirche schwer gemacht, wie Dekan André Hermany gleich zu Beginn bemerkte – unter Verweis auf die Aktion #OutInChurch, bei der sich über hundert homosexuelle und queere Menschen, die in der Kirche arbeiten, unlängst öffentlich zu Wort gemeldet hatten. Den federleichten und schweren Zeiten in der eigenen Liebesgeschichte mit einer Feder und einem Stein nachzuspüren, lud Pastoralreferentin Helga Melzer-Keller ein. Beide SeelsorgerInnen machten in einer Performance die Worte des Apostels Paulus (1Kor 13) lebendig, wonach die Liebe uns manchmal durchaus auch viel abverlangt. Dass es aber wichtig ist, sich immer wieder gegenseitig zu tragen, erzählte Pfarrer Wolfgang Essel mit der Legende der „Weibertreu“, nach der vor rund 900 Jahren Frauen ihre Ehemänner auf ihren Rücken aus einer belagerten Burg in Sicherheit brachten.
Nach der Segnung der Liebenden zerschlug Dekan Hermany schließlich mit einem Hammer die vorne ausgelegten Marmorplatten und veranschaulichte auf diese Weise: Alles vergeht, Marmor zerbricht, die Liebe aber hört niemals auf! Dazu stimmten alle Mitfeiernden aus vollem Herzen in den bekannten Schlager „Marmor, Stein und Eisen bricht“ ein.
Am Ende blieben noch viele bei Sekt, Orangensaft und Schokoherzen – mit Abstand und Maske – an Bistrotischen im Eingangsbereich zu Gesprächen und Begegnung stehen, bevor sie sich mit den roten Herzballons beschwingt und federleicht auf den Heimweg machten.

Text und Bild: Helga Melzer-Keller

Segnungsgottesdienst zum Valentinstag in Fürth