Auftanken
Am Beginn seines Wirkens wurde Jesus schnell bekannt und zu einem gefragten Mann: Die ganze Stadt Kafarnaum brachte ihm an einem Abend ihre Kranken und er heilte sie. (Mk 1,32-34). Jesus muss lange tätig gewesen sein; erst „in aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort.“ (Mk 1,35) Jesus scheint erschöpft, er braucht eine Pause und Ruhe vor den Menschen, die etwas von ihm wollen. Nicht einmal seine Jünger nimmt er mit, er will einige Zeit für sich haben.
Bei uns ist der Sommer eine beliebte Zeit, Pause zu machen. Viele Berufstätige freuen sich auf einige Tage Urlaub am Stück. „Mal alles hinter sich lassen“ ist die Devise. Einfach nur raus? Sicher: Das kann natürlich dafür sorgen, dass man neue Kraft schöpft und nach dem Urlaub wieder bereit und gestärkt ist für den Alltag.
Wenn wir Jesu Auszeit aber genauer betrachten, können wir noch etwas mehr mitnehmen: Jesus ging nicht einfach an einen einsamen Ort, sondern er tat dies, um zu beten, um die Verbindung zu seinem Vater aufzunehmen und an dieser ganz besonderen Kraftquelle aufzutanken. Danach war er wieder bereit weiterzuziehen und in anderen Dörfern zu den Menschen zu predigen, die ihn suchten (Mk 1,36-39).
In der Hektik des Alltags vergisst man Gott oft und ist gefangen in eigenen Tun. Da kommt die Urlaubszeit doch ganz recht, um – dem Vorbild Jesu folgend – den Draht zu Gott aufzunehmen, aufzutanken und diese Kraft (und Gott selbst) mit in den Alltag zu nehmen.
Tobias Herber



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