Jahreskrippe: Der Spross Isais

Der Spross Isais (Jes 11,1-10)

Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des Herrn ruht auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des Herrn. Er richtet nicht nach dem Augenschein und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht, sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt das Land mit dem Stock seines Mundes und tötet den Frevler mit dem Hauch seiner Lippen. Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften und die Treue der Gürtel um seine Lenden.

Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. Kuh und Bärin nähren sich zusammen, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus.

Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie die Wasser das Meer bedecken. An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Feldzeichen für die Völker; die Nationen werden nach ihm fragen und seine Ruhe wird herrlich sein. 

Der Prophet Jesaja, hebräisch für „Gott wird erlösen“, lebte und wirkte mehr als 700 Jahre vor Christi Geburt. Jesaja weckte Hoffnungen in den Menschen, denn laut Überlieferung verkündete er als Erster, dass Gott einen Nachkommen von David zu den Menschen schicken würde, der Frieden bringen solle. Diese prophetische Vision ist im Laufe der christlichen Geschichte immer wieder auf Jesus gedeutet worden.

Der junge Spross, von dem die Rede ist, ist ein menschlicher Spross, ist das Gotteskind, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern. Er ist der neue Zweig, der aus der totgeglaubten Wurzel hervorwächst, er ist das „Reis aus dem Stamm Isais“. Isai, auch: Jesse für „Gott existiert“, war der Vater vom späteren König David.

In der christlichen Kunst wird die Verheißung des neuen Sprosses aus der Wurzel Isais häufig mit einem Stamm- oder Lebensbaum dargestellt. Der Stamm des Baumes erwächst aus Isai. In dem weit verzweigten Baum sind die Vorfahren Jesus dargestellt, Abschluss und Krönung des Baumes ist eine herrscherliche Darstellung Marias mit dem Jesuskind.

 

Wir hoffen, dass Ihnen die Darstellung und der Text gefallen; bei Fragen oder Anregungen können Sie sich gerne an das Krippenbauteam wenden.

Wolfgang Will, Rudi Holzmeier, Monika Hofmann

Jahreskrippe: Der Spross Isais