Impuls: … für das ganze Volk

… für das ganze Volk

Der niederländische Maler Gerrit van Honthorst nutzt in seinem Bild das Spiel von Licht und Schatten, um den Blick auf das Weihnachtsgeschehen zu lenken. Im Mittelpunkt stehen Jesus und seine Mutter Maria. Maria ist ganz erfüllt vom Licht, das von ihrem Kind ausgeht. In der zweiten Reihe stehen Josef und die Hirten. Alle schauen ergriffen auf den Neugeborenen.

In der Weihnachtsgeschichte fällt den Hirten eine wichtige Rolle zu. Damals galten sie als sozial weit unten stehend, hatten oft kein Eigentum und keinen eigenen Wohnsitz. Sie lebten außerhalb der Gesellschaft. Vertrauen schenkte man ihnen selten.

Lukas lässt ausgerechnet ihnen als erste durch Engel die Geburt Jesu verkünden: „Fürchtet euch nicht. Ich bringe euch eine große Freudenbotschaft für das ganze Volk. Heute ist in der Stadt Davids der Retter geboren. Er ist Christus, der Herr.“

Mit der Wahl der ersten Besucher an der Krippe zeigt Gott, dass die Menschwerdung ein voll umfassendes Angebot an das ganze Volk ist. Zu diesem Volk gehören ganz explizit auch Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben, sozial benachteiligt oder unterdrückt sind. 

Hätte Jesus mit der Nächstenliebe nur Personen gemeint, die einem ganz nahe stehen, so wäre am Heiligen Abend die Heilige Familie unter sich geblieben.

Franz Forman

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