Impuls: Fastenzeit – Dreck am Stecken

Fastenzeit – Dreck am Stecken

Wir sind mitten in der Fastenzeit. Eine Geschichte möchte ich ihnen auf den Weg nach Ostern hin mit auf dem Weg geben.

Dreck am Stecken

Der kleine Peter wandert gerne. Eines Tages ist er wieder mit seinem Vater unterwegs, doch der Weg ist voller Schlamm und Matsch. Wohin sie auch treten, ist morastischer Untergrund, denn es hat kurz zuvor stark geregnet. Nur gut, dass die beiden Gummistiefel angezogen haben. Doch je weiter sie durch den Dreck stapfen, desto mehr Lehm bleibt an den Stiefeln kleben. Und bald sehen diese aus wie zwei riesige Lehmklumpen. Plötzlich bleibt Peter stehen. „Ich kann nicht mehr“, klagt er, „meine Füße sind so schwer, ich komme kaum noch vorwärts.“ „Kein Wunder“, bemerkte der Vater, „an den Stiefeln hat sich zu viel Dreck angesammelt. Wir müssen unsere Stiefel wieder vom Dreck befreien, um besser vorwärtszukommen und das Ziel zu erreichen.“ Das leuchtet Peter ein. Und nachdem sie die Lehmklumpen an einem Bach abgespült haben, geht es wesentlich leichter voran.

Soweit die Geschichte. Sie kann uns viel sagen, wenn wir in der Fastenzeit bewusster auf uns selbst schauen. Wir merken vielleicht auch, dass sich bei uns im Laufe der Zeit viel Dreck angesammelt hat. Ich meine nicht nur den Dreck am Stecken oder an den Schuhen, sondern Dreck in meinem konkreten Leben. Das könnte unser Egoismus, unsere Gleichgültigkeit anderen gegenüber, unsere Oberflächlichkeit, unser bewusstes Missverstehen, unsere Schuld und das nicht einsehen wollen, sein. All das belastet uns wie schwerer Dreck an den Schuhen beim Laufen.

Vielleicht nehmen wir uns in dieser Fastenzeit vor, uns von wenigstens einem unserer Fehler zu befreien, die uns belasten, niederdrücken und uns nur schwer weiterkommen lassen. Immer wieder ein kleiner bewusster Schritt, ein Vorsatz, eine Umkehr und gleich kommen wir leichter ans Ziel, zu unserem inneren Frieden. Frieden mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen und mit Gott bringt uns voran auf den Weg zur wahren Auferstehung, die wir an Ostern feiern.

Viel Mut und Durchhaltevermögen, sich vom belastenden „Dreck“ zu befreien in dieser Fastenzeit wünscht Ihnen

Elisabeth Bockisch

 

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