Die heilige Kunigunde
Kunigunde von Luxemburg kam um 980 als Tochter des Grafen Siegfried von Luxemburg und seiner Frau Hadwiga zur Welt. Schon als Kind und Jugendliche war sie sehr fromm und beschloss, jungfräulich zu leben.
Als Herzog Heinrich IV. von Bayern – der spätere deutsche Kaiser Heinrich II. – um sie warb, fügte Kunigunde sich dem Wunsch ihrer Eltern und stimmte der Hochzeit zu. Der Überlieferung nach offenbarte sie sich gegenüber ihrem Verlobten, worauf dieser ebenfalls das Keuschheitsgelübde abgelegt haben soll.
Sie heirateten nach 995; da ihre Ehe kinderlos blieb, wurde sie von der späteren Legendenbildung als Josefsehe angesehen. So nannte die Kirche Verbindungen, in denen Mann und Frau wie Bruder und Schwester zusammenlebten. Im Jahr 1002 wurde Heinrich in Mainz zum König und Kunigunde wenig später in Paderborn zur Königin gekrönt.
Auf der Reichssynode in Frankfurt am Main, die am 1. November 1007 begann, erwirkte König Heinrich die Gründung des Bistums Bamberg aus Teilen von Würzburg und Eichstätt. Durch Schenkungen ermöglichte Königin Kunigunde die Gründung des Bistums Bamberg. Schon vorher wurde mit dem Bau des Doms begonnen. Die Erhebung zum Kaiserpaar folgte im Jahr 1014 in Rom durch Papst Benedikt VIII.
Kunigunde lebte auch als Kaiserin einfach. Nur bei offiziellen Anlässen sah man sie in prunkvollen Gewändern an der Seite ihres Mannes. Ansonsten widmete sie ihr Leben karitativen Aufgaben. Aus eigenen Mitteln unterstützte sie Arme und Kranke.
Heinrich starb am 13. Juli 1024 und wurde im Bamberger Dom bestattet. Nach dem Tode Heinrichs führte Kunigunde die Regierungsgeschäfte bis zur Wahl eines neuen Königs weiter. Am ersten Jahrestag von Heinrichs Tod trat sie 1025 als Nonne in das Benediktinerinnenkloster Kaufungen ein. Sie starb dort (den zuverlässigsten Zeugnissen zufolge) am 3. März 1033 und wurde neben ihrem Gatten im Kaiserdom zu Bamberg beigesetzt.
Heinrich wurde 1146 heiliggesprochen, Kunigunde im Jahr 1200. Bis heute wird das fromme Herrscherpaar in Bamberg verehrt.



Die Darstellung zeigt Kunigunde, wie sie mit nackten Füßen über glühende Kohlen läuft, ohne sich dabei zu verletzen.
Der Hintergrund dieser geschichtlichen Legende: Kunigunde wurde der ehelichen Untreue bezichtigt. Heinrich kümmerte sich zunächst nicht um das Geschwätz, doch die Gerüchte wurden immer lauter. So bat Kunigunde ihren Ehemann, ihre Unschuld durch ein Gottesurteil beweisen zu dürfen.
Kunigunde ließ daraufhin im Beisein des Volkes glühende Pflugscharen herbeischaffen. Nach inständigem Beten bekreuzigte sie sich und ging mit nackten Füßen über das glühende Eisen, ohne sich dabei auch nur im Geringsten zu verletzen. Kunigunde kniete nieder und dankte Gott.
Wir hoffen, dass Ihnen die Darstellung und der Text gefallen; bei Fragen oder Anregungen können Sie sich gerne an das Krippenbauteam wenden.
Wolfgang Will, Rudi Holzmeier, Monika Hofmann



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