Was ist ein Comboni-Missionar?

Spannender Nachmittag des Seniorenkreises

Daniele Comboni

Am Dienstag, den 14.4.2026 war Herr Pater Hubert Grabmann im Seniorenkreis zu Gast. Herr Grabmann ist Comboni-Missionar und war lange Zeit in Afrika beim Volksstamm Pokot.

Bevor Herr Grabmann über die Pokot sprach, gab er uns einen Überblick über den Erdteil Afrika und über Daniele Comboni. Afrika ist mit rund 30,3 Millionen Quadratkilomerter etwa dreimal so groß wie Europa, und somit nach Asien der zweitgrößte Erdteil. Afrika hat 54 Staaten mit 1,5 Milliarden Menschen und mehr als 2000 indigene Sprachen. Die Berliner Afrika-Konferenz regelte die Aufteilung Afrikas unter den europäischen Kolonialmächten. Billige Arbeitskräfte bzw. Sklaven arbeiteten auf den Plantagen für den Export.

Als Daniele Comboni, geboren in Limone am Gardasee, als Sohn armer Bauern und Gärtner, der als einziger von acht Kindern überlebte, zum Priester geweiht, die entsetzlichen Bilder der Sklavenkarawane im Sudan sah, war für ihn klar, dass man was gegen die Sklavenhaltung tun muss. Er erkannte, dass die Gesellschaft Europas und die kath. Kirche aufgerufen sind, der Mission in Zentralafrika mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Zu diesem Zweck arbeitete er unermüdlich für eine missionarische Bewusstseinsbildung überall in Europa. Sein religiöser und unerschütterlicher Glaube an Afrika führten ihn dazu, 1867 bzw. 1872 die Comboni-Missionare und Comboni- Missionsschwestern zu gründen. Der offizielle Name lautet eigentlich: „Comboni Missionare vom Herzen Jesu“.

Missionare möchten das Leben mit den Afrikanern teilen, Gottesdienste mit ihnen feiern und den Menschen beistehen, was mehr ist als nur das Wort Gottes. Dieser missionarischen Ordengemeinschaft gehört auch Pater Hubert Grabmann an. Wie eingangs schon erwähnt, lebte er viele Jahre mit den Pokot. Diese leben in Kenia und Uganda. Bei der letzten Volkszählung hatte das Volk mehr als 800.000 Angehörige. Ein Teil davon sind sesshafte Bauern und ein Teil Halbnomaden mit Viehhaltung (Rinder, Schafe und Ziegen).

Männliche Pokot haben teilweise noch mehrere Ehefrauen. Vieh ist die Lebensgrundlage. Sie züchten es, treiben es bis zu 250 km in bessere Weideflächen. Konflikte entstehen, wenn die jungen Krieger auf Freiersfüßen sind. Bis zu 40 Kühe zahlt man üblicherweise als Brautpreis. Das Dilemma besteht darin, dass die jungen Männer diese Anzahl nicht zusammen bekommen und daher von den Nachbarn stehlen. Diebstähle werden heute mit Waffengewalt (Schnellfeuergewehr) gerächt und führen zu blutigen Kämpfen, weil sie alle ihre Herden zum Überleben brauchen.

Die Tradition betrachtet Mädchen als Eigentum und zwingt sie oft gegen ihren Willen in Ehen. Junge Mädchen müssen eine übermäßige Anzahl von Geburten ertragen. Die Frauen leben dann mit ihren Kindern in einer eigenen Hütte. Leider haben sie keine Kontrolle über ihre Rechte. Zusätzlich sind Frauen in diesen Gemeinschaften sehr oft der männlichen Gewalt ausgesetzt. Sie werden als handelbare Güter betrachtet, ihre “Bewertung” erfolgt in Kühen oder Schafen. Töchter werden verkauft, was ihre Verletzlichkeit weiter verstärkt. Man sagt, wenn Frauen 20 kg Wasser auf dem Kopf tragen können, sind sie heiratsfähig.

Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche der Pokot existieren kaum und spielen auch nur eine geringe Rolle, weil sie als nomadische Hirten leben. Jedoch ist Bildung der Schlüssel gegen Armut und die Aussicht auf eine Beschäftigung und ein regelmäßiges Einkommen. Vor allem dann, wenn schwere Dürren mit Nahrungsmittelknappheit und Hunger, die Existenz bedrohen.

Die Comboni Gemeinschaft treten mit ihrem Wirken, für Menschenrechte, für Gerechtigkeit, für sozialen Frieden und Strukturen und die ganzheitliche Förderung der Menschen ein. Durch eine spontane Spende kam ein ansehnlicher Betrag zusammen, den wir Pater Hubert Grabmann überreichen konnten.

Mit neu gewonnenen Eindrücken gingen wir nach Hause.

Peter Trost

Was ist ein Comboni-Missionar?