
Am Pfingstmontag um zehn Uhr übertrug der Bayerische Rundfunk unseren Gottesdienst. Das war eine spannende Sache mit langer Vorbereitung. Bereits Monate vorher gab es Vortreffen und erste Planungen mit der Rundfunkbeauftragten Dr. Monika Tremel des Erzbistums. Der Organist Markus Kühnlein plante die Lieder und seine Musikstücke, spielte sie ein und registrierte mehrfach die Orgel. Bei ihm lag der Hauptteil, wenn es während des Gottesdienstes zeitlich knapp wurde. Denn so eine Übertragung ist auf die Sekunde genau geplant. Diese zeitliche Planung und natürlich die inhaltliche Vorbereitung lag bei Pfarrer Stepper. Er erstellte den Ablaufplan, stoppte zu jedem Punkt die genaue Dauer, erweiterte und kürzte wieder, bis es am Ende auf die geforderten 59 Minuten und 30 Sekunden kam. Damit die ganze Technik funktionierte, koordinierte und plante Mesner Jürgen Wieland den Aufbau gemeinsam mit den Technikern des BR.
Drei Wochen vor dem Sendetermin war dann die Sprechprobe mit allen Beteiligten und der Rundfunkbeauftragten. Hier wurden nochmal Feinabstimmungen am Ablauf gemacht und damit die Predigtdauer festgelegt. Es lag also in der Hand von Pfarrer Stepper, die Predigt exakt in den Zeitrahmen einzupassen. Das war dann bis zum Pfingstsonntag abgeschlossen. Um 14 Uhr trafen die Mitarbeiter des Studio Franken ein und der Aufbau begann. Nachdem unzählige Mikros, Kilometer an Kabel, eine Kamera und noch mehr aufgebaut war, feierten wir um 19 Uhr den Gottesdienst sozusagen als Generalprobe. Alles musste genauso laufen wie am Tag darauf. Auch alle aktiv Beteiligten, auch die Ministranten mussten dabei sein. Und es wurde spannend. Bei den Lesungen hatten wir schon fast drei Minuten Verzug. Es musste von da ab also alles ein wenig schneller gehen. Es wurde bei der Gabenbereitung eine Strophe weniger gesungen. Die Orgelvorspiele verkürzt. Die Gebete schneller gesprochen. Frau Tremel nahm dazu immer wieder Kontakt mit Pfarrer und Organist auf. Am Ende war die Zeit wieder reingeholt und wir endeten pünktlich. Gottseidank!

Dann kam der Montagmorgen. Um neun Uhr waren Techniker, Aufnahmeleiter und Pfarrer schon wieder beschäftigt. Wenig später stießen auch die anderen Akteure dazu. Anspannung machte sich breit. Wird alles klappen? Wieviele Leute kommen? (Nicht so viele, leider) Werden wir in der Zeit bleiben? Dann, nach einigen erklärenden Worten von Frau Tremel an die Mitfeiernden kommt die Ansage vom Aufnahmeleiter in die Kirche: Noch 30 Sekunden. Nach der Begrüßung durch Tremel beginnt der Gottesdienst mit dem Schlag der Sakristeiglocke. Nach Monaten der Vorbereitung endlich raus in die Kirche, los geht´s!
Bei den Lesungen lagen wir noch mehr im Verzug, wie am tag zuvor. Die Gemeinde sang deutlich langsamer und ließ sich auch von der Orgel nicht auf Trab bringen. Also wurde es wieder hektisch. Anweisungen wurden ausgetauscht. Dinge gekürzt und schneller gesprochen. All das, ohne, dass es den Hörerinnen und Hörern am Radio oder Internet auffällt. Die Temperatur in der Kirche stieg für die Beteiligten noch mehr an. Dazu kam noch, dass einige Besucherinnen und Besucher wohl weder bei den Vermeldungen, noch in der Gottesdienstordnung mitbekommen hatten, dass die Messe bereits eine halbe Stunde eher als üblich gefeiert wurde. Sie kamen ausgerechnet während der Predigt in die Kirche. Was für zusätzliche Spannung sorgte. Doch am Ende waren wir bis zur Kommunionausteilung wieder einigermaßen im Zeitplan. Nachdem das rote Aufnahmelämpchen neben dem Ambo ausging, zog der liturgische Dienst aus der Kirche aus. Und nach dem verklingen des letzten Orgeltons brandete Applaus auf.
Und nächstes Jahr kommt dann das ZDF und überträgt am Sonntag, den 18. April die Messe live aus unserer Kirche. Das wird noch größer und aufregender. Und damit wir als Pfarrei dieses Ereignis stemmen können, brauchen wir viele Helferinnen und Helfer. Vom Kabelziehen und -tragen über Verpflegung der Fernsehcrew bis zum Telefondienst im Anschluss an die Übertragung sind viele engagierte Menschen nötig, dass dieses Ereignis gelingt. Also halten Sie sich dieses Wochenende am besten schon mal frei!


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