Joachim und Anna
Maria und Josef, die Eltern von Jesus, sind den meisten Menschen geläufig. Doch wer kennt Joachim und Anna? Die Eltern von Maria werden im Neuen Testament nicht erwähnt; doch schon bald entstehen Legenden, die ausführlich über ihr Leben und Schicksal erzählen und großen Anklang in Kunst und Literatur finden.
Die ersten Erwähnungen der Großeltern Jesu finden sich u.a. im Protoevangelium nach Jakobus und im Pseudo-Matthäus-Evangelium. Hierbei handelt es sich um apokryphe Schriften, die nicht in den Kanon der biblischen Schriften aufgenommen wurden.
In den sog. Apokryphen wird Joachim als reicher, frommer und alter Mann beschrieben, der regelmäßig den Armen und dem Tempel spendet. Er lebt mit seiner Frau Anna in Jerusalem und die Ehe ist kinderlos.
Der Gedenktag für beide wurde von Papst Gregor XIII. im Jahre 1584 auf den 26. Juli festgelegt.
In unserer Simultandarstellung sehen Sie drei Szenen aus dem Leben von Joachim und Anna. Bei einer Simultandarstellung werden verschiedene Handlungen – zwei oder mehr Ereignisse, die zeitlich oder räumlich voneinander getrennt sind – in einem Bild bzw. einer Darstellung gezeigt.



Szene 1 (linke Seite)
Als Joachim eines Tages wieder seine Opfer darbringen wollte, nahmen die Priester seine Gaben nicht an. Sie wiesen ihn ab, da er keinen Nachwuchs hatte; Kinderlosigkeit galt damals als Schande und wurde als göttliche Missgunst gedeutet.
Joachim war darüber sehr traurig und betrübt. Aus Gram begab er sich – ohne Abschied zu nehmen – in die Wüste, wo er 40 Tage lang fastete und betete.
Dann erschien ihm ein Engel und forderte ihn auf, nach Jerusalem zurückzukehren. Seine Gebete seien erhört worden und seine Frau Anna wird ein Mädchen zur Welt bringen, das Maria heißen soll. Der Engel befahl ihm, zur Goldenen Pforte zu gehen.
Szene 2 (in der Mitte)
Anna war sehr traurig über die Abwesenheit ihres Mannes und über ihre Kinderlosigkeit. Sie legte ihr Brautkleid an und begab sich in ihren Garten. Dort beklagte sie sich gegenüber Gott über ihre Kinderlosigkeit und betete. Da erschien ihr ein Engel, tröstete sie und kündigte ihr die Geburt einer Tochter an. Sie versprach, dieses Kind dem Herrn darzubringen, damit es ihm diene. Gleichzeitig befahl er ihr, zur Goldenen Pforte zu gehen.
Szene 3 (rechte Seite)
Joachim und Anna begaben sich zur Goldenen Pforte. Glücklich über ihr Zusammentreffen und die gute Nachricht umarmten sie sich und freuten sich auf das verheißene Kind.
Wir hoffen, dass Ihnen die Darstellung und der Text gefallen; bei Fragen oder Anregungen können Sie sich gerne an das Krippenbauteam wenden.
Wir wünschen Ihnen alles Gute und Gottes Segen für die kommenden Tage.
Wolfgang Will, Rudi Holzmeier, Monika Hofmann



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