Finstere Sonne

Am 12. August werden fast 90% der Sonne verdunkelt

Eine totale Sonnenfinsternis: der Neumond schiebt sich in den Lichtweg der Sonne zur Erde, sodass, nur für wenige Minuten, die Sonne vollständig hinter dem Mond verschwindet. Es wird mitten am Tag dunkel, die Vögel verstummen, es wird merklich kühler, eine seltsame Stimmung entsteht.

Weil der Schatten des Mondes nur selten überhaupt die Erdoberfläche trifft und wenn doch nur einen verhältnismäßig kleinen Bereich der Erdoberfläche bedeckt, ist dieses Ereignis sehr selten. Die letzte von Süddeutschland aus sichtbare totale Sonnenfinsternis war im August 1999, die nächste wird erst 2081 stattfinden. In dieser Woche sind wir aber nah dran – am Mittwoch, den 12. August 2026, wird die Sonne am Abend in unserer Region zu knapp 90% verdeckt sein.  

In früheren Zeiten hat ein solches Ereignis die Menschen erschreckt. Sie konnten sich das plötzliche Dunkel nicht erklären und befürchteten den Weltuntergang. So steht z.B. im 6. Kapitel der Offenbarung des Johannes: „Und ich sah: Das Lamm öffnete das sechste Siegel. Da entstand ein gewaltiges Beben. Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauergewand, und der ganze Mond wurde wie Blut.“

Heute wissen wir, dass das Ereignis durch die Bewegung des Mondes um die Erde und der Erde um die Sonne zwar selten, aber ganz natürlich vorkommt. Es gibt also keinen Grund, sich zu ängstigen oder gar Schlimmes zu befürchten, wie einige selbsternannte Weltuntergangspropheten oder Astrologen uns glauben machen wollen. Im Gegenteil, wir können uns über dieses Wunder der Schöpfung freuen und den besonderen Moment genießen. Aber bitte mit Vorsicht: auf keinen Fall ohne passenden Schutz (Sonnenbrille reicht nicht!) in die Sonne schauen – sonst kann es doch unschöne Folgen geben. Besorgen Sie sich eine „Sofi-Brille“, dann können Sie das Spektakel unbesorgt genießen.

Für einen wolkenlosen Himmel sollte gesorgt sein. Einen spannenden Abend, an dem man zudem nachts noch zahlreiche Sternschnuppen zu sehen bekommen soll, die man auch ohne Schutz der Augen beobachten kann, wünscht

Andrea Kotva

Finstere Sonne