Impuls: Was brauchen wir, um glücklich zu sein?

Was brauchen wir, um glücklich zu sein?

Sicher kennen Sie das Märchen: Hans im Glück… von den Gebrüdern Grimm? Die zentrale Botschaft des Märchens ist, dass wahres Glück nicht von materiellem Besitz abhängt, sondern in der inneren Zufriedenheit und der Befreiung von belastenden Sorgen liegt. Weniger ist mehr.

Im Freilichtmuseum im Amerang, das wir in unserem Urlaub besuchten, gab es eine Sonderausstellung mit Bildern und Texten eines alten Bauern namens Hans. Zwei Texte daraus können uns zum Nachdenken anregen.

„Unlängst wurde Hans gefragt: Was ist Glück für dich? Seine Antwort lautete: „Woaß i net. Keine Ahnung. Dass i gsund bin und bei meine Viecher im Stall sei darf.“ Viel hat sich verändert drum herum. Aber beim Hans ist fast alles geblieben, wie es war. Zentralheizung, Badezimmer, Fernseher, Computer – das alles gibt es nicht im Haus von Hans. Weil der Hans kein Geld dafür hat. Weil er das alles nicht haben muss. Der Hans sagt, dass ihm nichts abgeht. Was er braucht, hat er. Was er nicht hat, braucht er nicht.“

„Was brauchst du denn jetzt noch, wenn du ein alter Mann bist? Viel brauchst du nicht mehr. Wenn du einen wie den Hans kennenlernst, kannst du ins Überlegen kommen, wie man mit so wenigen alten Sachen leben und glücklich sein kann. Brennholz und einen Ofen brauchst du. Dann hast du eine warme Stube. Ein bisserl was zu essen und ein paar Flascherl Bier. Leute, mit denen du reden kannst und Tiere. Daheim sein können. Man muss sich wohl einfach auch trauen können, sein eigenes Leben zu führen, so wie es sich ergeben hat und wie man es mag. Sich nicht kümmern, was andere Leute sagen. Und was fremde Leute meinen, wie du leben sollst und was du haben solltest.“

Uns haben die Bilder und Texte dieser Ausstellung sehr nachdenklich gemacht. Als biblischer Text fiel uns der Vers 12,8 aus dem Buch Kohelet dazu ein: Windhauch, Windhauch, alles ist Windhauch. Windhauch bedeutet, dass das menschliche Streben nach Besitz, Karriere und Erfolg letztlich flüchtig, vergänglich und nicht greifbar ist.

Diese Einsicht kann uns zu mehr Gelassenheit führen und das wünschen wir uns gegenseitig.

Elisabeth Bockisch

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